407 Question
Aufgaben, Statistik, Prognose, Modellierung, R, Datenanalyse, Regression
Warum werden im Kapitel die Prädiktoren mom_iq und mom_age z-standardisiert, bevor ihre “Relevanz” für die Vorhersage von kid_score verglichen wird?
407.1 Answerlist
- Der Vergleich der unstandardisierten Regressionskoeffizienten kann irreführend sein, wenn die Prädiktoren unterschiedliche Streuungen haben; die z-Standardisierung macht die Effekte in Einheiten der jeweiligen Streuung vergleichbar.
- Unstandardisierte Prädiktoren können von
stan_glm()technisch gar nicht verarbeitet werden. - Z-standardisierte Variablen erlauben automatisch eine kausale Interpretation der Effekte, unstandardisierte hingegen nicht.
- Durch die z-Standardisierung verschwindet ein etwaiger Interaktionseffekt zwangsläufig aus dem Modell.
- Z-Standardisierung verändert, ob ein Nulleffekt anhand des 95 %-Schätzbereichs ausgeschlossen werden kann oder nicht.
408 Solution
Das Kapitel stellt fest: “mom_iq hat den größeren Koeffizienten und viel Streuung; mom_age hat weniger Streuung.” Ein Vergleich der rohen (unstandardisierten) Koeffizienten wäre daher irreführend, da unterschiedliche Skalen/Streuungen die Größe der Koeffizienten mitbestimmen. Die z-Standardisierung bringt beide Prädiktoren auf eine gemeinsame Skala (Mittelwert 0, SD 1), sodass ihre Koeffizienten direkt in “SD-Einheiten” vergleichbar werden. Die erste Option ist korrekt.
Warum die Distraktoren falsch sind:
- Die zweite Option ist falsch:
stan_glm()verarbeitet unstandardisierte Prädiktoren problemlos, wie an den zahlreichen Beispielen mit unstandardisierten Variablen im Kapitel gezeigt wird – die Standardisierung ist eine Frage der Interpretierbarkeit, keine technische Notwendigkeit. - Die dritte Option widerspricht der wiederholten Warnung des Kapitels: Auch standardisierte Regressionskoeffizienten sind zunächst nur statistische (assoziative), keine automatisch kausalen Effekte – die Standardisierung selbst rechtfertigt keine Kausalaussage.
- Die vierte Option ist falsch: Die Standardisierung der Prädiktoren ändert nichts an der grundsätzlichen Existenz eines Interaktionseffekts im Modell, sofern dieser weiterhin spezifiziert wird.
- Die fünfte Option ist falsch: Die z-Standardisierung ist eine reine (lineare) Reskalierung der Variablen und ändert daher nicht, ob ein Effekt statistisch von Null unterscheidbar ist – nur die Einheit, in der der Koeffizient ausgedrückt wird, ändert sich.
408.1 Answerlist
- Wahr
- Falsch
- Falsch
- Falsch
- Falsch
409 Meta-information
exname: z-standardisierung-vergleich-schoice extype: schoice exsolution: 10000 exshuffle: 5 excategory: bayes