Daten verbildlichen
Einstieg
Neben tidyverse und easystats benötigen wir in diesem Kapitel:
Wir arbeiten wieder mit dem Datensatz mariokart.
Einstieg
Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte — Datendiagramme helfen, Erkenntnisse aus Daten zu ziehen, ohne mühsam einzelne Zahlen zu vergleichen.
Einstieg
Ein Dino sagt mehr als 1000 Worte
Definition: Datendiagramm
Ein Datendiagramm (kurz: Diagramm) ist ein Diagramm, das Daten und Statistiken zeigt, mit dem Zweck, Erkenntnisse daraus zu ziehen.
Ein Dino sagt mehr als 1000 Worte
Ein Bild kann nur eine begrenzte Anzahl an Variablen sinnvoll zeigen — vielleicht vier bis sechs. Bei mehr Variablen brauchen wir Statistik statt (nur) Bilder.
Ein Dino sagt mehr als 1000 Worte
| Erkenntnisziel | qualitativ | quantitativ |
|---|---|---|
| Verteilung | Balkendiagramm | Histogramm / Dichtediagramm |
| Zusammenhang | gefülltes Balkendiagramm | Streudiagramm |
| Unterschied | gefülltes Balkendiagramm | Boxplot |
Nomenklatur von Datendiagrammen
Definition: Verteilung
Eine (Häufigkeits-)Verteilung einer Variablen \(X\) schlüsselt auf, wie häufig jede Ausprägung von \(X\) ist.
Verteilungen verbildlichen
Ein Balkendiagramm zeigt Häufigkeiten von Kategorien als Balken — die Länge ist proportional zur Häufigkeit. Die Ausrichtung (horizontal/vertikal) ist Geschmackssache.
Verteilungen verbildlichen
ggpubrVerteilungen verbildlichen

Bei vielen Ausprägungen ist ein Balkendiagramm unübersichtlich. Lösung: Werte in Gruppen (Klassen) zusammenfassen — das ergibt ein Histogramm.
Verteilungen verbildlichen
Definition: Histogramm
Ein Histogramm ist ein Diagramm zur Darstellung der Häufigkeitsverteilung einer quantitativen Variablen. Die Daten werden in Klassen eingeteilt, die durch Balken dargestellt werden; die Balkenhöhe zeigt die Häufigkeit pro Klasse.
Verteilungen verbildlichen

Es gibt keine feste Regel für die Balkenanzahl — nur: nicht zu grob, nicht zu fein.
Verteilungen verbildlichen

Definition: Dichtediagramm
Ein Dichtediagramm visualisiert die Verteilung einer stetigen Variablen — geglättet, sodass Rauschen weniger stört als beim Histogramm.
Verteilungen verbildlichen
Verteilungen verbildlichen

Verteilungen verbildlichen
Definition: Normalverteilung
Normalverteilungen haben eine charakteristische, symmetrische Glockenform. Sie unterscheiden sich in Mittelwert \(\mu\) und Streuung \(\sigma\) — diese beiden Parameter bestimmen den gesamten Kurvenverlauf.
Kurzschreibweise: \(X \sim \mathcal{N}(\mu, \sigma)\)
Spezialfall Normalverteilung
Körpergröße, IQ-Werte, Prüfungsergebnisse, Messfehler, Lebensdauer von Glühbirnen, Gewicht von Brotlaiben, Milchproduktion von Kühen …
Spezialfall Normalverteilung
Die 68-95-99,7-Prozentregel:
Spezialfall Normalverteilung
\(IQ \sim \mathcal{N}(100,15)\)
Spezialfall Normalverteilung
Definition: Entstehung einer Normalverteilung
Wenn sich eine Variable \(X\) als Summe mehrerer, unabhängiger, etwa gleich starker Summanden ergibt, tendiert \(X\) dazu, normalverteilt zu sein.
Anschaulich zeigt das Galton-Brett, wie aus vielen kleinen Zufallsereignissen eine Glockenkurve entsteht.
Spezialfall Normalverteilung
Bei neuen Spielen war fast immer ein Foto dabei; bei gebrauchten nur bei gut der Hälfte — ein Zusammenhang zwischen cond und stock_photo.
Zusammenhänge verbildlichen
Geeignet, wenn (mindestens) eine der beiden Variablen nur zwei Ausprägungen hat.
Zusammenhänge verbildlichen
Die Trendgerade (Regressionsgerade) zeigt Richtung des Zusammenhangs; die Ellipse zeigt, wie eng die Daten um sie streuen.
Zusammenhänge verbildlichen
Definition: Linearer Zusammenhang
Lässt sich die Beziehung zweier Variablen gut mit einer Geraden beschreiben, spricht man von einem linearen Zusammenhang. Gleichsinnige (positive) Zusammenhänge zeigen aufsteigende Trendgeraden \(\nearrow\); gegensinnige (negative) zeigen absteigende Trendgeraden \(\searrow\).
Zusammenhänge verbildlichen
Zusammenhänge verbildlichen
Schmale Ellipsen (“Baguette”) = starker Zusammenhang; breite Ellipsen (“Torte”) = schwacher Zusammenhang.
Zusammenhänge verbildlichen
Zusammenhänge verbildlichen
Mit map() bauen wir für jede Variable ein ggscatter()-Diagramm gegen die Zielvariable total_pr und fügen alle mit ggarrange() zu einem Panel zusammen — start_pr und wheels hängen am stärksten mit total_pr zusammen.
Zusammenhänge verbildlichen
Für nominale Variablen eignen sich Balkendiagramme sowohl für Zusammenhänge als auch für Unterschiede — beides ist letztlich dieselbe Fragestellung, nur anders formuliert.
Tortendiagramme sind dagegen ungeeignet: Flächenvergleiche sind für das Auge schwer.
Unterschiede verbildlichen
Der Boxplot vereinfacht die Verteilungsdarstellung — kompakter als ein Histogramm, aber mit weniger Detail.
Unterschiede verbildlichen
Definition: Boxplot
Der Boxplot ist eine Vereinfachung bzw. Zusammenfassung eines Histogramms. Damit stellt er ebenfalls eine Verteilung (einer metrischen Variablen) dar.
Unterschiede verbildlichen
Unterschiede verbildlichen
factor(wheels) erzwingt, dass jeder Wert (0, 1, 2, 3, 4) als eigene Gruppe behandelt wird — sonst gruppiert R metrische Variablen automatisch (und nicht immer sinnvoll).
Unterschiede verbildlichen
So lügt man mit Statistik
So lügt man mit Statistik
Schokoladenkonsum hängt mit der Anzahl der Nobelpreise (pro Land) zusammen — aber nicht ursächlich. Eine Drittvariable (z. B. allgemeiner Entwicklungsstand) erklärt vermutlich beides gleichzeitig.
So lügt man mit Statistik
Ein Diagramm kann eine Botschaft (hier: Wirksamkeit der Impfung) auf einen Blick vermitteln — deutlich eindrücklicher als eine Tabelle mit Zahlen.
Tortendiagramme bleiben aber meist eine schlechte Wahl.
Praxisbezug
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Statistik1 — Daten verbildlichen